Foto: Ingo Schneider Nach SPD-Vorstoß erstellt Koblenzer Verwaltung jetzt ein Gesamtkonzept - Alkoholverbot könnte Lösung für Saufgelage bringen
Die Koblenzer Rheinanlagen zählen zu den schönsten, die der Fluss auf seinem Weg passiert. Doch Wege, Beete, Treppen und Bänke sind in die Jahre gekommen. Auch werden die Anlagen vielfach für Saufgelage missbraucht, gibt es immer wieder Ärger. Nun scheint eine Lösung in Sicht.
Die Rheinanlagen zwischen der Pfaffendorfer Brücke und dem Schwanenteich sollen bis zur Bundesgartenschau weitgehend saniert sein. Nach einem Vorstoß der SPD-Fraktion in der jüngsten Ratssitzung wird jetzt die Bauverwaltung bis zum dritten Quartal 2009 ein Gesamtkonzept erstellen.
"Ich bin bislang von der irrigen Annahme ausgegangen, dass die Rheinanlagen bis zur Buga umgestaltet sein werden", betont SPD-Fraktionsvize Gerhard Lehmkühler. Genau da sieht er aber das Problem: Für 2009 sei nur der Abschnitt bis zur Moltkestraße, für 2010 der weitere Teil der Anlagen bis zur Januarius-Zick-Straße geplant. Eine Sanierung aus einem Guss und bis zum Schwanenteich sei, so Lehmkühler, demnach bis zur Eröffnung der Gartenschau im April 2011 nicht zu erwarten. Aber genau die sei erforderlich, wenn man sich das Rheinufer genau ansehe.
Große Baumstümpfe, marode Treppenanlagen, erneuerungsbedürftige Rasen- und Pflanzflächen, sanierungsbedürftige Gebäude: Lehmkühlers Bestandsaufnahme fällt wenig schmeichelhaft aus. Dass eine Erneuerung nur kleckerweise vorgenommen werden soll, obwohl der Bereich sogar mal als Teil der Buga gedacht war, ist für den SPD-Vize nicht nachvollziehbar - und sei es auch nicht für die Bevölkerung.
Auch die Bauverwaltung sieht einen hohen Sanierungsbedarf - und wünscht sich ebenfalls eine Umsetzung bis zur Buga. Baudezernent Martin Prümm (CDU) geht auch davon aus, dass die Gestaltung der Wege bis 2011 weitgehend umgesetzt werden kann - sofern ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die Überarbeitung der Bepflanzung allerdings könne bis dahin wohl nicht abgeschlossen sein.
Für Lehmkühler geht das noch nicht weit genug. Man will aber nun zunächst das Konzept der Verwaltung abwarten und dann im Fachbereichsausschuss IV weiterdiskutieren. Wie wichtig das Vorhaben ist, betonte nicht nur Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann (SPD), der erhebliche Bedarf wurde auch von CDU-Fraktionsvize Hans-Jörg Assenmacher und FBG-Chef Manfred Gniffke festgestellt.
Gute Aussichten also für eine Neugestaltung der Anlagen. Und es könnte jetzt auch einen Ansatz geben, wie man der Saufgelage rund um das Kaiserin-Augusta-Denkmal Herr werden könnte: SPD-Vize Lehmkühler schlägt ein Alkoholverbot für die Anlagen vor - mit Ausnahme der vorhandenen Gastronomie natürlich. Wer sich nicht daran halte, liefere den Ordnungskräften so eine rechtliche Handhabe für Maßnahmen - etwa einen Platzverweis. Ob sich die Idee durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Erste Reaktionen im Stadtrat fielen durchaus positiv aus.
Ingo Schneider
Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 09.05.2009, Seite 19.